Der zweite Corona-Lockdown ist kein Automatismus¶ Jetzt ist Disziplin gefragt¶ Lothar Schmalen, Düsseldorf¶

0
7
WerbungGas Privat Leaderboard

Bielefeld (ots) – Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf. Mit diesem Satz, das überliefern Teilnehmer der Ministerpräsidentenkonferenz im Kanzleramt, hat der Braunschweiger Immunologe Michael Meyer-Hermann die Regierungschefs der 16 Bundesländer beschworen, den Ernst der Lage zu erkennen.
Tatsächlich ist die Lage an der Corona-Front so ernst, wie es ernster nicht geht: Die Zahl der Neuinfektionen ist in NRW inzwischen höher als in der dramatischen Anfangsphase der Pandemie Ende März. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten im Krankenhaus steigt immer stärker an. Und leider sind unter den Erkrankten inzwischen auch wieder viele ältere Menschen. Es ist also höchste Zeit zu handeln.
Umso bedauerlicher ist es, dass die Politiker an einer so unsinnigen Regelung wie dem Beherbergungsverbot für innerdeutsche Touristen aus Corona-Risikogebieten festhalten. Vor allem die störrischen ostdeutschen Ministerpräsidenten müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, mit dieser Uneinsichtigkeit die Menschen zu erzürnen. Und damit die Akzeptanz auch vieler anderer, eigentlich unumstrittener Schutzmaßnahmen zu gefährden.
Wie so oft in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie liegt Kanzlerin Merkel richtig. Der Dreh- und Angelpunkt der Corona-Politik ist neben den AHA-Regeln (Abstand, Händewaschen, Alltagsmaske) die Reduzierung der Kontakte. Gar nicht verreisen, sich nicht im größeren Freundeskreis treffen und keine Party machen, egal ob zuhause, im Park oder in der Kneipe – darauf wird es in den nächsten Wochen ankommen. Und ein Telefonat oder ein Video-Call mit mehreren sind der momentanen Situation eben angemessener als ein Besuch oder ein geselliges Treffen im geschlossenen Raum.
Die, die sich nicht an die Regeln halten, drängeln oder die Maske für zu unbequem halten oder gar die Corona-Infektion zur harmlosen Krankheit herunterschwätzen wollen, sind schlicht die Unsolidarischen, die Egoisten. Und mit denen ist kein Staat zu machen, schon gar nicht ein freier, humaner und sozialer.
Abgesehen von den Oberschlauen, die den Scharlatanen mehr glauben als seriösen Experten und Wissenschaftlern, aber auch von manchen leichtsinnigen Zeitgenossen sind die Deutschen ein diszipliniertes Volk. Und auf diese Disziplin – auch wenn sie nicht immer die sympathischste aller Tugenden ist – kommt es in den nächsten Wochen an.
Trotz aller Dramatik der Entwicklung – der zweite Lockdown ist kein Automatismus. Noch können wir es schaffen.

Pressekontakt:

Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Quelle:Der zweite Corona-Lockdown ist kein Automatismus¶ Jetzt ist Disziplin gefragt¶ Lothar Schmalen, Düsseldorf¶


Importiert mit WPna von Tro(v)ision

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.