Hunderttausende afghanische Geflüchtete in Pakistan von Überschwemmungen betroffen

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Berlin/Islamabad, Pakistan (ots) –

Hunderttausende Geflüchtete aus Afghanistan haben bei der Flutkatastrophe in Pakistan erneut ihr Zuhause verloren, berichtet Save the Children. Insgesamt sind etwa 800.000 Geflüchtete (https://reporting.unhcr.org/document/3175) von den Überschwemmungen betroffen, durch die in Pakistan knapp 1.600 Menschen getötet und Millionen von Menschen obdachlos wurden.

In den am stärksten betroffenen Provinzen Belutschistan, Sindh und Khyber Pakhtunkhwa leben 80 Prozent der 1,3 Millionen afghanischen Geflüchteten innerhalb Pakistans, von denen fast die Hälfte Kinder (https://data.unhcr.org/en/country/pak) sind. Viele von ihnen hatten nach der Machtübernahme der Taliban im August vergangenen Jahres ihre Heimat verlassen. Allein in Belutschistan, wo mehr als 310.000 afghanische Geflüchtete (https://data.unhcr.org/en/country/pak) leben, wurden schätzungsweise 65.000 Häuser (http://cms.ndma.gov.pk/storage/app/public/situation-reports/September2022/2rjGBN4GTvjGzOzNYLy0.pdf) vollständig zerstört und viele weitere beschädigt.

“Katastrophen wie diese sind besonders lebensbedrohlich, wenn sie die Ärmsten und Schwächsten treffen”, sagt Khuram Gondal, Länderdirektor von Save the Children in Pakistan. “Viele Geflüchtete lebten in kleinen Häusern aus Lehm, die gegen die gewaltigen Überschwemmungen keine Chance hatten. Stellen Sie sich vor, Sie müssen mit Ihren kleinen Kindern vor dem Krieg fliehen, und nur wenige Monate später wird das Wenige, was Ihnen geblieben ist, von den Fluten weggespült. Das Elend ist unendlich groß. Kein Kind sollte im Regen schlafen müssen, ohne sauberes Wasser oder Essen. Hilfsorganisationen tun alles, was in ihrer Macht steht, um die Kinder zu schützen, aber das Land braucht dringend mehr Mittel, um die enorme Not zu lindern.”

Mirwais*, 45, floh mit seiner Frau und den beiden Söhnen vor elf Monaten aus Afghanistan und suchte in einem Geflüchtetenlager in Belutschistan Zuflucht. Doch weniger als ein Jahr nach ihrer Ankunft hat die Familie wieder alles verloren. “Die Bedingungen in Afghanistan waren wirklich schlecht”, erzählt Mirwais. “Jetzt erleben wir dasselbe Elend wie in Afghanistan. Als wir hierher kamen, mussten wir einen Kredit aufnehmen, um ein paar Zimmer zu bauen. Und jetzt ist alles von den Fluten weggespült worden. Ich sitze hier ratlos und deprimiert und denke darüber nach, wie meine Zukunft aussehen wird. Wie werde ich mein Haus wieder aufbauen? Wie soll das Leben weitergehen?”

Seit den Überschwemmungen in Pakistan im Juni wurden mehr als zwei Millionen Häuser zerstört, und 7,6 Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren (https://reliefweb.int/report/pakistan/pakistan-2022-floods-response-plan-01-sep-2022-28-feb-2023-issued-30-aug-2022). Hunger und Krankheiten sind weit verbreitet, und das Land steht vor einem großen Gesundheitsnotstand. Eine aktuelle Umfrage von Save the Children (https://www.savethechildren.de/fileadmin/user_upload/Downloads_Dokumente/Pressemitteilungen/2022/2022-09-27-pm-70-prozent-der-von-der-flutkatastrophe-betroffenen-familien-in-pakistan-haben-keine-angemessene-unterkunft_.pdf) ergab, dass mehr als die Hälfte der von den Überschwemmungen betroffenen Familien in Zelten oder behelfsmäßigen Unterkünften schlafen, während etwa jede sechste Familie überhaupt keine Unterkunft hat.

Save the Children steht Familien mit Nahrungsmittelhilfe, Notunterkünften und medizinischer Hilfe zur Seite. Bereits seit dem vergangenen Jahr hilft die Kinderrechtsorganisation in Pakistan afghanischen Geflüchteten mit Gesundheitsversorgung, Trinkwasser und Bildung.

* Name zum Schutz geändert

Fotos, Videos und Erlebnisberichte zum Download:

https://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2SDZHD2C (https://eur05.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.contenthubsavethechildren.org%2FPackage%2F2O4C2SDZHD2C&data=05%7C01%7Cmarie.schwarzer%40savethechildren.de%7Cc7ff6af23d444f7ec12d08daa20d0e36%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0%7C0%7C638000475092688089%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C1000%7C%7C%7C&sdata=Rw9I%2BkwQmkat4HYMy85SrP%2FE103ytImu%2FVUjY4%2BGNes%3D&reserved=0)

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Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.

Pressekontakt:

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Pressestelle – Susanne Sawadogo
Tel.: +49 (0)30 – 27 59 59 79 – 120
Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de

Marie-Sophie Schwarzer
Tel.: +49 (0)30 – 27 59 59 79 – 226
Mail: marie.schwarzer@savethechildren.de

Quelle:Hunderttausende afghanische Geflüchtete in Pakistan von Überschwemmungen betroffen


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