Interview: Carsten Pfau über Paraguay als Investitionsstandort

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Grasbrunn (ots) –

Die Agri Terra Gruppe zählt zu den größten Agrarinvestoren in Paraguay. Neben nachhaltigem Obst- und Gemüseanbau sowie der Rinderzucht, sind auch große Immobilienprojekte Teil der Unternehmensstrategie. Gerade in Zeiten steigender Inflation und dem Krieg in der Ukraine, spürt die Unternehmensgruppe das wachsende Interesse an alternativen Investments, außerhalb von Europa. Im Interview erklärt Carsten Pfau, Geschäftsführer der Agri Terra Gruppe, wie es um den Agrarsektor in Südamerika steht und warum sich Paraguay besonders als Standort für krisenunabhängige Investitionen anbietet.

Frage: Herr Pfau, wie attraktiv ist Südamerika als Investitionsstandort?

Carsten Pfau: Ich denke, interessanter als je zuvor. Die Corona-Krise hat uns relativ drastisch gezeigt, welche Geschäftsbereiche auch in turbulenten Zeiten funktionieren. Südamerika ist sehr stark in der Nahrungsmittelproduktion vertreten, ob das nun Rindfleisch, Soja, Weizen oder Mais ist. Wir selber bewegen uns unter anderem im Orangengeschäft und produzieren Obst, aber auch Gemüse wie Tomaten und Paprika. Wir sehen deutlich: Gegessen und getrunken wird immer!

Frage: Ist die Aktie als Sachwert noch attraktiv oder wäre es besser auszuweichen?

Carsten Pfau: Ich bin nach wie vor von Aktien überzeugt. Man sollte sich nur gut überlegen, in welches Unternehmen man investiert. Ich selbst bevorzuge Titel mit Substanz. Nehmen Sie einen Autohersteller: Da stehen ein Werk und Landbesitz dahinter, das ist kein rein virtueller Wert. Ich bevorzuge eher die traditionellen Werte.

Frage: Welche Auswirkungen hatte die Corona-Krise auf Ihr Geschäft?

Carsten Pfau: Wir als Gesellschaft in Südamerika sind besser durch die Krise gekommen als viele andere Unternehmen. Wir konnten sogar von dem Trend profitieren, dass immer mehr Menschen auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet haben, wozu Obst- und Gemüse gehört. Das war für uns als Hersteller dieser Lebensmittel natürlich erfreulich. Ich denke, dieser Trend wird insofern anhalten, als die Weltbevölkerung unaufhörlich wächst. Das mag in Deutschland nicht ganz der Fall sein, aber in Asien, Afrika oder den Vereinigten Staaten verzeichnen wir ein starkes Wachstum. Und es wächst nicht nur die Weltbevölkerung, es wächst auch das Durchschnittseinkommen, was oft vernachlässigt wird. Die Menschen in Asien und Afrika haben heute mehr Geld als je zuvor. Es gibt eine Mittelschicht, die es früher nicht gab und diese Menschen wollen qualitativ hochwertig und gesund essen.

Frage: Die Agri Terra Gruppe hat sich auf Essen, Trinken und Immobilien spezialisiert. Wie sieht es aktuell auf dem Agrarsektor in Paraguay aus?

Carsten Pfau: Ja, wir haben die Firma tatsächlich auf die Säulen Essen, Trinken und Wohnen gestellt, also auf die menschlichen Grundbedürfnisse. Schon vor der Pandemie haben wir festgestellt, dass diese Strategie voll und ganz aufgegangen ist. Wir sind heute Paraguays drittgrößter Orangenhersteller, größter Paprika- und Tomatenproduzent und errichten eine der größten Wohn- und Freizeitanlagen in Südamerika. Wir beobachten den Trend, dass die Leute nach den Lockdowns versuchen aus den großen Städten herauszukommen, ohne sich zu weit zu entfernen. Ich glaube, dass wir diesbezüglich auf das richtige Pferd gewettet haben.

Frage: Die Deutschen sind erfahrungsgemäß etwas zurückhaltender, wenn es um ausländische Investments geht. Spüren Sie diese Vorbehalte?

Carsten Pfau: Grundvorbehalte, vor allem in Bezug auf Paraguay, sind uns natürlich bekannt. Das gilt sicherlich auch für andere Entwicklungsländer. Außen vor gelassen werden jedoch die positiven Aspekte, die Entwicklungsländer mit sich bringen. Zum Beispiel, dass Margen zu erzielen sind, die man in der sog. “ersten Welt” nicht für möglich hält. Von allen möglichen Entwicklungsländern gehört Paraguay zu den konservativen, stabilsten, vielleicht sogar “langweiligsten” Ländern. Für Investoren kann es aber positiv sein, nicht zu viel Schlechtes zu hören. Wer sich ein bisschen mit der Materie beschäftigt wird schnell entdecken, dass Paraguay ein politisch sehr stabiles Land ist, was essentiell für die Sicherheit von Investitionen ist. Und wenn man auf die Krisen Europas schaut, ist weit weg heutzutage vielleicht gar nicht so schlecht. Und die größte Gruppe unserer Investoren sind tatsächlich Deutsche. Man mag es kaum glauben.

Dabei steht Paraguay alles andere als auf einer schwarzen Liste für versierte Investoren. Im Gegenteil: die Ratingagentur Moody’s teilte Mitte Juli mit, den wirtschaftlichen Ausblick des Landes auf “positiv” anzuheben. Paraguay war bislang als “stabil” eingeschätzt worden. Eine deutliche Aufwertung, über die sich das ganze Land freut.

Frage: Wie kann ich als Investor am besten in Paraguay investieren?

Carsten Pfau: Es gibt viele Möglichkeiten und Anbieter, die dort tätig sind. Wir gehören dazu und setzen viele Direkt-Investments für professionelle Investoren um. Für deutsche Kleinanleger bieten wir auch einen BaFin gebilligten “Alternative Investmentfonds” (AIF) an, den es sich anzuschauen lohnt. Anleger beteiligen sich hier unter anderem am Obst- und Gemüseanbau in Paraguay. Vor allem bei einer Inflation, die wahrscheinlich noch viel höher ist als ausgewiesen, spüren wir eine wachsende Nachfrage nach Investitionen im Lebensmittelsektor. Sachwerte waren schon immer eine gute Antwort auf Inflation. Wenn es dann noch ein Sachwert ist, der produktiv ist und laufend Ertrag bringt, habe ich als Investor besonderen Spaß. Orangen, die vorher 20 Cent gekostet haben, verkaufen wir jetzt für 30 Cent. Es ist die identische Orange und bis auf den Preis, ändern wir nichts. Das ist der typische Inflationsschutz und ich denke, wir liegen damit richtig.

Frage: Die unterbrochenen Lieferketten und der anhaltende Krieg in der Ukraine könnten in diesem Jahr ein absoluter Vorteil für den Standort Paraguay werden.

Carsten Pfau: Absolut. Wir sind seit kurzem auch Produzent von Mineralwasser. Ein weiteres Asset mit einer globalen Nachfrage, ebenso wie Rindfleisch, Obst und Gemüse. Während Deutschland geografisch gesehen sehr nah an der derzeitigen Ukraine-Krise ist, wird dieser Konflikt in den USA und Südamerika eher aus der Ferne betrachtet. Es wird nicht die einzige Krise bleiben, das ist sicher. Da beruhigt es vor allem deutsche Anleger, in einem langweiligen, konservativen Land, weitab der Krisenherde investiert zu sein, vor allem in einem Asset, dass unabhängig jeglicher Konflikte nachgefragt wird. Lebensmittel sind für mich, neben Immobilien, der Inbegriff krisenresistenter Investments.

Über Agri Terra

Die Agri Terra Gruppe ist spezialisiert auf Investitionen in Agrarprojekte in Paraguay und zählt dort zu den wichtigsten Agrarinvestoren. Das Unternehmen verwaltet und betreibt die drittgrößte Anbaufläche für Zitrusfrüchte im Land und den mit Abstand größten Gewächshauskomplex für Obst und Gemüse. Außerdem entwickelt die Gesellschaft einen der flächenmäßig größten Country Clubs in Südamerika. Die Gründer und Geschäftsführer Carsten und Michael Pfau investieren seit 1993 in Paraguay und werden dort regelmäßig auf den Listen der einflussreichsten Unternehmer des Landes geführt. Ihre enorme Erfahrung und Südamerika-Expertise stellen sie interessierten Co-Investoren zur Verfügung, um gemeinsam solide Erträge in dem aufstrebenden Entwicklungsland zu generieren. Unter anderem haben interessierte Investoren die Möglichkeit, über den alternativen Investmentfonds “Agri Terra Citrus Basket I”, vom lukrativen Anbau von Obst- und Gemüse in Paraguay zu profitieren.

Pressekontakt:

Agri Terra KG
Gut Möschenfeld
St.-Ottilien-Weg 11
85630 Grasbrunn
Deutschland
erfahrungen@agri-terra.net
www.agri-terra.de

Quelle:Interview: Carsten Pfau über Paraguay als Investitionsstandort


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