Köln (ots) –

Er bleibt, vorerst jedenfalls. Ein neues Rücktrittsgesuch von Reinhard Kardinal Marx hätte nach allen Erfahrungen, die man zuletzt mit der Behandlung solcher Vorgänge durch Papst Franziskus gemacht hat, auch keinen Sinn – trotz aller Fehler, die Marx sich vorzuwerfen hat. Auch wenn der Münchner Erzbischof weitermacht und nur (wie in Köln) der Offizial gehen muss:

Wenigstens bekennt dieser Erzbischof sich endlich, eine Woche nach Vorlage des Gutachtens der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl, zu seiner persönlichen Verantwortung. Zuvor hatte das auch sein Vorgänger Friedrich Kardinal Wetter gemacht, während der andere noch lebende Münchner Ex-Oberhirte, Benedikt XVI., sich darum herumdrückt.

Wohlgemerkt: Man muss nicht jede Wertung der Gutachter akzeptieren. Das tun auch Marx und Wetter nicht. Was aber – über München hinaus – gilt, ist Wetters Feststellung: Ein Bischof hat eine undelegierbare persönliche Verantwortung. Punkt. Ausgerechnet Joseph Ratzinger, der geistliche Ämter so gern mystifiziert, ignoriert diese Verantwortung, wenn er sich im Fall eines pädosexuellen Priesters auf Nichtwissen beruft. Dann hätte er eben Informationen einholen müssen. Die ex-päpstlichen Ausreden sind nur noch peinlich.

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Kölnische Rundschau
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Quelle:Undelegierbar / Kommentar von Raimund Neuß zur Verantwortung von Bischöfen nicht nur in München


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