Rechtliche Überprüfung zum Oder-Nationalpark-Drama in der Uckermark

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Potsdam (ots) –

Schreckliche Bilder von Rehen und Hirschkälbern, die am Wildschweinzaun im Nationalpark Unteres Odertal auf der Flucht vor dem Hochwasser ertrinken oder vor Erschöpfung sterben, sind in den vergangenen Wochen durch die Medien gegangen. Kurzfristig eingeleitete Maßnahmen des zuständigen Landkreises Uckermark wie die stellenweise Reduzierung der Zaunhöhe oder der Einbau von Zaunfenstern werden die Situation an der Oder insbesondere im Hinblick auf das kommende Frühjahrshochwasser an der Oder wohl kaum entschärfen.

“Rehe und Hirschkälber sind Tiere, die in diesen Tagen augenscheinlich qualvoll am ASP-Wildschweinzaun sterben. Es gibt aber auch zahlreiche kleinere zum Teil streng geschützte Tierarten, die kaum eine

mix odertal.JPG Möglichkeit haben, den umzäunten Hochwasserpoldern im Nationalpark Unteres Odertal zu entkommen,” erläutert Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland. “Selbst dann, wenn einige Tiere der Katastrophe durch eine gefährliche Flucht durch die Zäune entgehen – sie werden nicht zurückkommen können. Auch sind die Wanderungen vieler Tiere zwischen ihren jahreszeitlich unterschiedlichen Lebensräumen durch die Zäune erheblich eingeschränkt. Die zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest im deutsch-polnischen Grenzgebiet aufgestellten Zäune beschädigen so nachhaltig das bestehende Natura-2000-Gebiet und den Zweck des Nationalparks.”

Wildtierschutz Deutschland hat in dieser Woche ein erstes Rechtsgutachten zu der Situation im Odertal in Auftrag gegeben. “Wir sind der Meinung, dass die Hochwasserkatastrophe absehbar war und schon im Planungsstadium durch eine alternative Zaunführung hätte vermieden werden können. Die Folgen für den Naturraum und die einzigartige Tierwelt sind unverhältnismäßig. Für uns ist es unverständlich, warum nicht auch das für den Nationalpark verantwortliche grüne Umweltministerium hier ein Machtwort gegenüber der zuständigen Landrätin in der Uckermark spricht. Schließlich besteht die große Gefahr, dass der Nationalpark nach und nach ausblutet. Denn es ist derzeit nicht absehbar, dass der Zaun in den nächsten Jahren wieder verschwindet.”

Eine vertretbare und schnell umsetzbare Lösung bieten die Initiatoren einer inzwischen von über 100.000 Unterstützern unterzeichneten Petition an den Landkreis Uckermark und das Brandenburgische Verbraucherschutzministerium (https://www.change.org/p/karina-d%C3%B6rk-katastrophe-im-brandenburgischen-nationalpark-unteres-odertal-bei-schwedt) an: Auf einer Länge von etwa 22 km soll der Zaun einige hundert Meter nach Westen verlegt werden. Dann hätten die Tiere zumindest die Möglichkeit, bei Hochwasser sichere Bereiche aufzusuchen.

Über Wildtierschutz Deutschland e.V.: Wildtierschutz Deutschland wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem gegen tierquälerische Jagdmethoden ein und für eine Reduzierung der jagdbaren Arten auf die Tierarten, für die ein vernünftiger Grund zur Bejagung im Sinne des Tierschutzgesetzes besteht. Außerdem engagiert sich der Verein für die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von in Not geratenen Wildtieren.

Mitbegründer des www.aktionsbuendnis-fuchs.de
Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT)

Pressekontakt:

Lovis Kauertz | Wildtierschutz Deutschland e.V.
T. 0177 72 300 86 | lk@wildtierschutz-deutschland.de
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.facebook.com/wildtierschutz

Quelle:Rechtliche Überprüfung zum Oder-Nationalpark-Drama in der Uckermark


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