Frankfurt am Main (ots) –

Der diesjährige Verbandstag der Sparda-Banken am 22. September fand unter dem Motto “Weichen stellen für morgen” statt. Angesichts der jüngsten Zeiten, in denen die Krise zum Dauerzustand geworden ist, wagten der ehemalige Bundesfinanzminister und Ehrengast Peer STEINBRÜCK, die deutsche Paralympicssiegerin im Kugelstoßen Franziska LIEBHARDT sowie der Virologe und Mitglied im Corona-Expertenbeirat Prof. Dr. med. Hendrik STREECK einen Blick in die Zukunft und auf die Chancen, wenn die Weichen richtig gestellt werden. Unter Moderation des Chefredakteurs des ZDF heute-journal Dr. Wulf SCHMIESE, berichtet Peer STEINBRÜCK über das Ausmaß der aktuellen Zeitenwende, die sich von der Finanzkrise im Jahr 2009 deutlich unterscheidet sowie über den Eindruck, dass die Konsequenzen der Zeitenwende von der Politik unzureichend erklärt und von der Gesellschaft noch nicht richtig gelernt worden sind.

Mit neuen, toxischen Gegebenheiten wie dem Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Versorgungsängsten, der steigenden Inflation als auch dem voranschreitenden Klimawandel konfrontiert, ermutigt STEINBRÜCK dazu, sich den Herausforderungen zu stellen. Denn im Gegensatz zur Finanzkrise treffen die derzeitigen Veränderungen sowohl die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur als auch die Realwirtschaft mitten im Kern. Beispielhaft nennt STEINBRÜCK die Lieferketten, welche durch die tendenzielle Deglobalisierung noch vor der kriegerischen Aggression Russlands destabilisiert wurden.

Positiv sieht STEINBRÜCK die Rückverlagerung deutscher Produktion in das Inland und damit auch eine Chance, sich aus der Exportabhängigkeit Chinas zu lösen. In Summe wirken sich diese Spannungen laut dem ehemaligen Bundesfinanzminister aber auch auf die galoppierende Inflation aus, die durch die Ausweitung der Zentralbankgeldmenge von 2010-2020 von 0,9 Milliarden auf sechs Milliarden Euro in Europa zuvor an Fahrt gewonnen hat und zum Jahresende 2022 hin voraussichtlich die 10 Prozent erreichen wird. Enttäuscht zeigt sich STEINBRÜCK über die Haltung der EZB zum Thema. Durch Zinserhöhungen im amerikanischen Raum würde der Euro deutlich geschwächt werden. Dies hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Importpreise und damit auf einen weiteren Inflationsschub. Den Finanzsektor sieht STEINBRÜCK dabei als Teil der Lösung, nicht des Problems. So käme ihm eine maßgebliche Rolle für die künftigen Finanzierungsaufgaben zu. Gerade deshalb wäre die Politik für einen gemeinsamen und direkten Dialog mit den Finanzakteuren gut beraten.

Wie trotz herber Rückschläge der Blick wieder nach vorne gerichtet werden kann, erklärt anschließend Franziska LIEBHARDT, ehemalige Sportlerin und Paralympicssiegerin. Trotz schwerer gesundheitlicher Einschränkungen hat sie es geschafft, selbstbestimmt ins Leben und in den Sport zurückzufinden. Den Gästen der Veranstaltung gibt sie mit auf den Weg, gerade in Krisenzeiten den Fokus auf neue Perspektiven zu legen und die Vergangenheit loszulassen.

Inwiefern es sich lohnt, langfristige Ziele zu setzen und pragmatische Wege in der Corona-Politik zu gehen, erläutert Prof. Dr. med. Hendrik STREECK in seinem Vortrag zum Spannungsfeld der Corona-Debatte. Für den Umgang mit der Pandemie sieht STREECK einen ehrlichen “Lessons-Learned Prozess” als Grundstein, um gestärkt aus der Krise zu gehen. In diesem Prozess sollten sowohl Erfolge als auch auch Schwierigkeiten der letzten Jahre konkret analysiert und benannt werden. Dies abseits von Partikularinteressen und einzelnen Akteuren, so der Experte.

Das Gruß- und Schlusswort an die Gäste richteten Stefan SCHINDLER, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg sowie Florian RENTSCH, Vorstandsvorsitzender des Verbandes.

Über den Verband der Sparda-Banken

Der Verband der Sparda-Banken e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main ist Prüfungsverband im Sinne des Genossenschaftsgesetzes. Als “Stabsstelle” ist er außerdem das Sprachrohr der Gruppe nach außen. Neben der Prüfung der Verbandsmitglieder obliegen dem Verband ebenso die Beratung und Betreuung der rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Sparda-Banken in genossenschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen, betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und personellen Angelegenheiten. Darüber hinaus übernimmt er die Aufgaben der Interessenvertretung und fördert die politische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Themen.

Über die Sparda-Gruppe

Die Gruppe der Sparda-Banken besteht aus elf wirtschaftlich und rechtlich selbständigen Sparda-Banken in Deutschland. Mit vier Millionen Kunden und 3,3 Millionen Mitgliedern gehören die Institute zu den bedeutendsten Retailbanken in Deutschland. Die Sparda-Banken sind genossenschaftliches Mitglied im Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und Teil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Pressekontakt:

Katja Riedel
Referentin des Vorstands
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Quelle:Verbandstag der Sparda-Banken 2022 / Weichen stellen für morgen


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