Mehr Insolvenzen und Transaktionen durch Inflation: Neue Distressed M&A-Studie von Deloitte zeigt zunehmende Unsicherheit und Eintrübung der Erwartungen

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München (ots) –

– Deloitte sieht in seiner aktuellen Distressed M&A-Studie einen inflations- und kriegsgetriebenen Anstieg von Transaktionen und Insolvenzen ab dem aktuellen Jahresquartal
– Als Hauptrisiko für die deutsche Wirtschaft nehmen 78 Prozent der Experten die steigende Teuerungsrate wahr; drei Viertel erwarten zudem mehr Distressed M&A-Transaktionen auf dem deutschen Markt
– Käufer deutscher Distressed Assets kommen zwar auch weiterhin aus Deutschland und Europa, das Käuferklientel aus den USA und Asien nimmt jedoch zu

Mehr als ein Jahrzehnt lang entwickelten sich die Zahlen von Insolvenzen und Restrukturierungsmaßnahmen hierzulande rückläufig, und auch die Auswirkungen der Coronakrise schienen daran erstaunlich wenig zu ändern – bisher. Die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte sieht Anzeichen für eine deutliche Verschärfung der Situation: Die fünfte Distressed M&A-Studie zeigt einen steigenden Druck auf die Unternehmensbilanzen durch die Inflationsdynamik, stockende Lieferketten und die Folgen des Ukraine-Kriegs. Ein Großteil der Restrukturierungs-Experten rechnet ab Jahresmitte mit einem signifikanten Anstieg von Insolvenzen und krisenbedingten Firmentransaktionen.

“Seit Corona und nun mit dem Krieg in der Ukraine erleben wir einen extremen Anstieg bei der Störung und Unterbrechung von Lieferketten sowie eine inflationsbedingte Kostenbelastung vor allem bei Rohstoff- und Energiepreisen”, sagt Dr. Thomas C. Sittel, Managing Director bei Deloitte. “Gleichzeitig bleibt der Transformationsdruck in vielen Branchen und bei vielen Geschäftsmodellen hoch. Der Gedanke liegt nahe, dass diese Aspekte in den Gewinn- und Verlustrechnungen negative Auswirkungen zeigen, die Liquiditätsbestände der Unternehmen verringern und daher geradezu zwangsläufig die Anzahl von Distressed M&A-Fällen erhöhen müsste. Verstärkt werden dürften diese Effekte zusätzlich durch die drohenden oder auch schon umgesetzten Anhebungen der Leitzinsen. Unsere Studie liefert hier erste belastbare Belege.”

Insolvenzen und Transaktionen nehmen zu

In der aktuellen Ausgabe des Reports befasst sich Deloitte mit ausgewählten Themen rund um Distressed M&A-Transaktionen und Risiken für die deutsche Konjunktur und die einzelnen Branchen. Darüber hinaus werden Käuferverteilung und -struktur beleuchtet sowie, welche Branchen für Investoren interessant sind und wie sich die Bewertungsniveaus entwickeln. Zu guter Letzt geht Deloitte in seiner Studie auch der Frage nach, warum Distressed M&A-Transaktionen oft scheitern.

Rund zwei Drittel der Befragten sehen einen signifikanten Anstieg der Distressed-Fälle bereits im laufenden Jahr. Ebenso viele rechnen damit, dass der Anstieg zwölf oder sogar mehr Monate anhält. Bei den Sektoren stehen Tourismus, Automobil und Handel weiter ganz oben auf der Liste der Branchen mit höheren Risiken. Den geringsten Anstieg von kurzfristigen Distressed M&A-Transaktionen erwarten die Befragten aktuell bei der chemischen Industrie, bei Telekommunikation und im Banken- und Versicherungswesen.

Als Käufer von Distressed Assets wird der Anteil von Private-Equity-Unternehmen weiterhin am höchsten eingeschätzt, mit einigem Abstand zu den strategischen Investoren. Die Experten erwarten zugleich eine steigende Beteiligung von Family Offices bei Distressed M&A-Transaktionen sowie eine deutliche Internationalisierung der Verkaufsprozesse bei gleichzeitig stark rückläufiger Käuferquote aus Deutschland und dem Rest von Europa.

Transaktions-Bewertungen haben sich stabilisiert

Wurden im zurückliegenden Jahr mehrheitlich noch sinkende Niveaus bei den Bewertungen der Transaktionen erwartet, so sehen die Erwartungen aktuell und für die nahe Zukunft überwiegend stabil aus. Nur noch eine kleine Minderheit von 16 Prozent der Teilnehmer erwartet auf absehbare Zeit weiterhin sinkende Bewertungen für Distressed Assets.

Die relevantesten Erfolgsfaktoren für Distressed M&A-Transaktionen sehen die Studienteilnehmer vor allem in schlüssigen Turnaround-Konzepten sowie in der frühen Einbindung aller Stakeholder in geplante Fortführungs- und Turnaround-Konzepte. Ebenfalls als sehr erfolgversprechend eingeschätzt wird die Branchen-Expertise der Berater, um eine schnelle und breite Investorenansprache zu ermöglichen.

Viele Transaktionen scheitern an wenigen Gründen

Als Hauptgründe für das Scheitern von Transaktionen gaben die Befragten indes unzureichende Turnaround-Konzepte, unerwartete Risiken, Intransparenz und zu hohen Zeitdruck an. Gut ein Drittel der Teilnehmer begründet das Scheitern von Distressed M&A-Transaktionen mit zu hohen Kaufpreiserwartungen, vor allem bei Insolvenztransaktionen, in denen der Substanzwert eines Unternehmens seinen Ertragswert schnell überschreiten kann. Viele Investoren lehnen daher einen Erwerb aus einer Insolvenz heraus ab. Gleichzeitig können hohe Risiken, Intransparenz und zu viel Zeitdruck dazu führen, dass Käufer abspringen und gar nicht mehr über den Preis reden wollen.

“Unsere diesjährige Distressed M&A-Studie ist von einem Umfeld gestiegener Unsicherheit geprägt. Die befragten Experten aus Beratung, Finanzierung, Management, Restrukturierung und Insolvenz sehen derzeit erhebliche Risiken für die deutsche Wirtschaft”, betont Andreas Moltrecht, CFA, Director bei Deloitte. “Wenngleich die Meinungen derunterschiedlichen Teilnehmergruppen unserer Umfrage auseinander gehen, so ist man sich beim Hauptrisikofaktor einig:Inflation.Vor diesem Hintergrund ist es auch nichtverwunderlich, dass 75 Prozent der Teilnehmerin naher Zukunftmehr Distressed M&A-Transaktionenauf dem deutschen Markt erwarten.”

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Inhaltlich verantwortlich für die Studie ist Andreas Moltrecht, CFA, Director bei Deloitte.

Die Studie zum Download:

https://www2.deloitte.com/de/de/pages/finance/articles/distressed-m-and-a-studie.html

Über Deloitte:

Deloitte bietet branchenführende Leistungen in den Bereichen Audit und Assurance, Steuerberatung, Consulting, Financial Advisory und Risk Advisory für nahezu 90 Prozent der Fortune Global 500®-Unternehmen und Tausende von privaten Unternehmen an. Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liefern messbare und langfristig wirkende Ergebnisse, die dazu beitragen, das öffentliche Vertrauen in die Kapitalmärkte zu stärken, die unsere Kunden bei Wandel und Wachstum unterstützen und den Weg zu einer stärkeren Wirtschaft, einer gerechteren Gesellschaft und einer nachhaltigen Welt weisen. Deloitte baut auf eine über 175-jährige Geschichte auf und ist in mehr als 150 Ländern tätig. Erfahren Sie mehr darüber, wie die mehr als 345.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Deloitte das Leitbild “Making an impact that matters” täglich leben: www.deloitte.com/de.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited (“DTTL”), ihr weltweites Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen (zusammen die “Deloitte-Organisation”). DTTL (auch “Deloitte Global” genannt) und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sowie ihre verbundenen Unternehmen sind rechtlich selbstständige und unabhängige Unternehmen, die sich gegenüber Dritten nicht gegenseitig verpflichten oder binden können. DTTL, jedes DTTL-Mitgliedsunternehmen und verbundene Unternehmen haften nur für ihre eigenen Handlungen und Unterlassungen und nicht für die der anderen. DTTL erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Kunden. Weitere Informationen finden Sie unter www.deloitte.com/de/UeberUns.

Pressekontakt:

Markus Soffner
Media Manager
Tel: +49 89 29036 5991
msoffner@deloitte.de

Quelle:Mehr Insolvenzen und Transaktionen durch Inflation: Neue Distressed M&A-Studie von Deloitte zeigt zunehmende Unsicherheit und Eintrübung der Erwartungen


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