Berlin/Amman (ots) –

Der Cholera-Ausbruch in Ost- und Nordsyrien gefährdet Save the Children zufolge tausende Kinder. Durch die Dürre infolge der Klimakrise und den anhaltenden Konflikt im Land wird Wasser immer knapper. Viele Systeme und Leitungen wurden beschädigt oder zerstört. Immer mehr Syrerinnen und Syrer müssen verunreinigtes Wasser nutzen, etwa aus dem Fluss Euphrat.

Mindestens 24 Menschen sind bereits gestorben. Bis zum 19. September wurden landesweit mehrere tausend Verdachtsfälle gemeldet. Der Cholera-Ausbruch fällt mit dem Schulstart in Syrien zusammen, sodass nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Bildung von Kindern gefährdet ist, so die Kinderrechtsorganisation.

“Wir haben es mit einem großen Ausbruch zu tun”, sagt Beat Rohr, Interimsländerdirektor von Save the Children in Syrien. Gefährdet sind dabei nicht nur Kinder, die selbst erkranken. “Wir sorgen uns auch um jene, deren Angehörige sich anstecken, so dass das Familieneinkommen wegbricht. Und der Ausbruch macht es Mädchen und Jungen in Syrien noch schwerer als bisher, weiter zur Schule zu gehen.”

Save the Children warnt davor, dass die Cholera sich in den kommenden Tagen und Wochen weiter ausbreitet. Das ohnehin überlastete Gesundheitssystem wäre kaum in der Lage, eine großflächige Epidemie zu bewältigen. Hinzu kommt, dass viele Menschen sich kaum Hygieneartikel leisten können. Die Kinderrechtsorganisation fordert Geber auf, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um den Ausbruch der Krankheit zu bekämpfen und ihre Auswirkungen auf Kinder so gering wie möglich zu halten. Im Fokus muss die Wiederherstellung der Grundversorgung stehen, einschließlich der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung.

Es ist der erste große Ausbruch der Krankheit in Syrien seit mehr als zehn Jahren. Der Pegel des Euphrat ist durch die Dürre auf einen historischen Tiefstand gesunken. Abwässer im Fluss begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten zusätzlich. Fast die Hälfte der Menschen in Syrien ist Unicef zufolge auf unsichere Wasserquellen angewiesen, um ihren täglichen Bedarf zu decken.

Save the Children Deutschland hat derzeit zwei Projekte in Nordostsyrien. Mit einer Summe von rund elf Millionen Euro unterstützt das Auswärtige Amt Programme zur Verbesserung von Säuglings- und Kleinkindernährung in den Gouvernements Al-Hasakeh und Ar-Raqqa sowie zur Förderung von Hygienemaßnahmen und dem Zugang zu sauberem Wasser. Mit 3,5 Millionen Euro finanziert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Projekte von Save the Children im Gouvernement Ar-Raqqa. Damit werden Jugendliche und junge Erwachsene, die von Konflikt und Vertreibung betroffen sind, unterstützt, ihre Lebens- und Einkommensmöglichkeiten zu verbessern. Seit 2012 hat Save the Children Deutschland mehr als ein Dutzend Projekte für Menschen in Not in Syrien und den Nachbarländern unterstützt.

Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an unsere Pressestelle.

Über Save the Children:

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Silke Zorn
Tel.: +49 30 27 59 59 79 232
Mail: silke.zorn@savethechildren.de

Quelle:Syrien: Cholera breitet sich rasch aus – Epidemie gefährdet Gesundheit und Bildung von Kindern


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