Kommentar: Benimm auf dem Feld

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Düsseldorf (ots) – Vieles hat mit Symbolik zu tun. Natürlich ist es komplett absurd, dass negativ getestete Spieler mit Mundschutz und zusätzlich ausreichend Abstand im Freien auf der Ersatzbank nebeneinander sitzen. Die Maske nehmen sie aber bei einer Einwechslung ab und stürzen sich ins Getümmel. Das ist eine große Show, es nützt und schützt niemanden. In einer Kontaktsportart wie Fußball wird gezupft, gezogen, getreten. Und im Optimalfall wird gejubelt. Doch wie feiert man zurzeit angemessen den Erfolg? Darüber ist gleich am ersten Wochenende ein Streit entbrannt, weil man sich bei Hertha BSC mit besonders viel Körperkontakt freute.
Im Regelwerk des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist so ziemlich jede Eventualität festgehalten. Wie derzeit gejubelt werden darf, steht nicht drin. Also ist (fast) alles erlaubt. Es gibt immerhin die dringende Empfehlung, sich nicht ganz so intensiv zu freuen. Tatsächlich haben auch fast alle Akteure bei 22 Treffern diese gemeinsame Vereinbarung hinbekommen – mit Ausnahme eben von Berlin. Eine Frage auch von Benehmen. Aber damit ist es leider bei vielen nicht weit her. Es wird munter auf den Boden gespuckt und die Rotze durch die Nase geblasen, als sei es die größte Selbstverständlichkeit. Emotionen gehören dazu. Man kann aber auch dezenter jubeln. Der Fußball durfte auf die große Bühne zurück, unter Einhaltung von strengen Regeln. Bisher ist vieles nach Plan verlaufen. Die Welt schaut neidisch auf Deutschland, dass hier schon wieder eine große Sportliga läuft. Das ist eine gigantische Leistung, und darauf darf die Branche sich durchaus etwas einbilden. Umso wichtiger, dass niemand ausschert. Es muss nicht für alles eine Regel geben, was man in diesen Tagen besser lassen sollte. So viel Weitsicht muss man auch von einem Fußballer erwarten können.

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